der raum

platforma11 ist eine internationale Werkstatt-, Netzwerk- und Ausstellungswoche, die vom 10. – 19.September in Leipzig mit einem Satelliten in Markkleeberg stattfindet. Das Anliegen ist, das Verhältnis von Kunst, Politik und Bildung gemeinsam zu denken und zu praktizieren.
Zur Platforma 11 wurde über eine offene Ausschreibung aufgerufen: Nun sind es knapp über 50 internationale KünstlerInnen, MusikerInnen, TheatermacherInnen, LiteratInnen, politische BildnerInnen, KuratorInnen und TheoretikerInnen aus Deutschland, Russland, Osteuropa, Westeuropa, Ägypten und Israel, die in einem Open Space Prozess in der Woche zusammenarbeiten werden.

Platforma 11 versteht Kunst und künstlerische Vermittlungsformate als ein politisches Handlungsfeld, in welchem Bewusstsein für gesellschaftliche Themen und aktuelle Ereignisse geschaffen werden kann. Ein künstlerischer Zugang erweitert damit politische Bildungsarbeit um neue Aspekte der Initiierung von Erkenntnisprozessen, die über einen theoretischen Diskurs hinausgehen. Der internationale Zugang ermöglicht einen Abgleich verschiedener gesellschaftlicher Bedingungen künstlerischer Produktion und politischen Engagements und regt damit die Reflexion eigener Handlungspraxis an. Wir wollen während der Projektwoche neue Handlungsperspektiven im künstlerisch-kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontext entwickeln.

Während der Ausstellungswoche wird es verschiedenste öffentliche Veranstaltungen geben, Diskussionspanels, Ausstellungen, Konzerte, Performances und einen abschließenden Ausstellungsspaziergang am 17.09.2011. Die Veranstaltungen werden aktuell im platforma-Wiki von den TeilnehmerInnen geplant. Veranstaltung- und Arbeitssorte sind im Leipziger Westen die AundV Projekt- und Hörgalerie, die EEG, das Konsoom, die Praline und zwei Atelierhäuser sowie der Kulturbahnhof Markkleeberg mit weiteren losen Koopersationspartnern.

AundV, »platforma11 FORUM« 12.-16.09.2011

www.platforma11.net

 

AundV, »platform walk« 17.09.2011, Treffpunkt 11.00 Uhr

Ausstellungsspaziergang mit den internationalen Kulturschaffenden zu den platforma11 Projekträumen, performativen Stops im öffentlichen Raum und den Stationen Neukonjakow, EEG, Praline, Konsoom, Gieszerstr.16 und Kulturbahnhof Markkleeberg e.V.. Nähere Infos unter
www.platforma11.net

 

28. April – 26. Mai 2011

Die Arbeitsgruppe Arbeit lädt Freundinnen und Freunde der Arbeit, der Arbeitskritik, der Muße, der kreativen und engagierten Betriebsamkeit, der Selbstverwirklichung, der Kritik an der Selbstverwirklichungsideologie, des engagierten subversiven Tätigseins, des Scheiterns am Selbigen ein zur
ABARBEIT

pamphleteteer.de

Dem Morgenrot entgegen?
Dem Morgenrot entkommen!

Die scheinbar alles durchdringende neoliberale Selfmade-Ideologie findet ihr Gegenstück in der konservativen Sehnsucht nach vollbeschäftigter (abhängiger) Arbeit. Diese ungleichen Schwestern gehören zusammen und bilden den schmalen Korridor oder das Minenfeld, in dem sich Lebens- bzw. individuelle Tätigkeits-Entwürfe überhaupt platzieren lassen. Die Veranstaltung unternimmt den Versuch einer Archäologie der Arbeitsideologien und macht sich auf die Suche nach dem geeigneten Tanzschritt für das Minenfeld.
Kein ideologiegeschichtlicher Abriss, sondern eine Untersuchung des eigenen ideologischen Gepäcks ist das Ziel des Abends.
Symposium ohne Podium mit Guillaume Paoli (ehem. glücklich Arbeitsloser und weiterhin Philosoph)
Moderation: Nahla Küsel
28. April 2011 19:00 A und V Lützner Str. 30

 

Creative Mass

Zwischen prekärer Selbstentfaltung und heimlicher Karrieresehnsucht, zwischen linker Askese und demonstrativ vor sich her getragener Selbstausbeutung findet das (Arbeits)leben der kreativen „Postproletarier“ statt: Flexible Arbeitszeiten, die keinen Feierabend mehr erlauben, flexible Personalkonstellationen, die keine Freundschaften, sondern nur noch „Kontakte“ kennen, flexible Bezahlung, die oftmals einfach aus einer großen Portion Anerkennung besteht – wer sich beschwert, hat verloren.
Ist das schon neoliberal oder doch ein Teil der Lösung?
Erzählen wir das Märchen von der Selbstbestimmung nur weiter oder tun wir das Wichtige im Falschen?
Einführung: Die KünstlerInnen sind anwesend
(Performance A und V)
Moderation: Boris Krumnow
03. Mai 2011 19:00 A und V Lützner Str. 30

 

Arbeit am Lebensentwurf

Selbstverwirklichung ist ein zentraler Begriff in zeitgenössischen Konzeptionen von Lebensgestaltung. Doch egal ob Kochen, Kunst oder Kommunismus: es macht nicht immer nur Spaß. Burnout oder gar Tod durch Selbstverwirklichung steht auf der Tagesordnung. Karoshi ist nicht nur eine Perspektive für japanische Führungskräfte…
Was kann uns retten – Desertion, Dissertation, linke Burnoutworkshops, Kritik an der Selbstverwirklichungsideologie?
Einführung: Texte v. Leipziger Kompetenzträger_innen
Moderation: Kathrin von Ow
06. Mai 2011 19:00 A und V Lützner Str. 30

eine Veranstaltungsreihe der Arbeitsgruppe Arbeit

20.11. – 24.11.2009

textenet.de – Das Leipziger Literaturfestival im Herbst 2009

Mehr Informationen: textenet.de

Lesung “In der Kürze”
Fr. 20.11. 19.30
mit Grit Kalies und Anna Kaleri

Bei sehr unterschiedlichen Themen verbindet die beiden Autorinnen eine verwirrende Klarheit und Eigenständigkeit ihrer Sprache.

Ronald M.-Schernikau-Abend mit Tobias Amslinger & Hannes Becker
Fr. 20,11. 21.00 Uhr 2/4 Euro

Mit gerade einmal 19 Jahren schrieb Ronald M. Schernikau (1960-1991) seine provozierende “Kleinstadtnovelle”. Darin ging es um Schwulsein und die Konsequenzen. 1986 siedelte der überzeugte Kommunist nach Leipzig über, um am Institut für Literatur “Johannes R. Becher” zu studieren. Drei Jahre später, als viele das Land verließen, wurde er offizieller Staatsbürger der DDR. Schernikau, der 1991 an AIDS starb, war schillernde Diva und genauer Kritiker: mit den gesellschaftlichen Zuständen in Ost und West ging er gleichermaßen hart ins Gericht. Eine szenische Montage spürt dieser markanten historischen Persönlichkeit nach und wirft mit seinen Augen einen überraschenden Blick auf das Deutschland der friedlichen Revolution.

Mit: Tobias Amslinger und Hannes Becker.

Russki Chleb Russisch Brot
Lesung mit Walter Stallinger
Sonnabend 21. 11. 19.00 Uhr Eintritt 2,50 Euro

“Russki Chleb – Russisch Brot”, erster Teil einer Tetralogie, erzählt manchmal lehrreich, meist komisch aber nie langweilig wahre und nicht ganz wahre Begebenheiten aus dem ostdeutschen und (post)sozialistischen Alltag. Sei es der Traum eines sowjetisch – russischen Offiziers von einer Bockwurstfabrik am Ural oder eine Weinprobe in Armenien.

Lest nicht die Times, lest die Ewigkeiten!
Jürgen von der Wense Abend mit Konstantin Ames, Tobias Amslinger, Hannes Becker und Volker Baumann
Sonnabend 21.11. 20.00 Uhr Eintritt 4 Euro

Jürgen von der Wense (1894 – 1966): Genie oder eitler Spinner? Unbezweifelbar legen die 40.000 Seiten seines Nachlasses jedenfalls ein Zeugnis der scharfen Beobachtungsgabeund des hellen Verstandes dieses Dilettanten in vielerlei Künsten ab. Er versuchte sich unter anderem als Jurist, Dichter, Komponist, Meteorologe und “Landschaftswissenschaftler.” Die szenische Montage gibt einen unterhaltsamen Einblick in Leben und Schaffen dieses Egomanen.

“Herr Blanc”
Lesung mit Roman Graf
Montag 23.11. 19.30 5/3 Euro

Herr Blanc lebt ein unscheinbares Leben. Er verrichtet seine Arbeit bei den Städtischen Verkehrsbetrieben, zweimal wöchentlich isst er bei Mutter. All das findet er genau richtig so.
“Herr Blanc ist ein erstaunliches Debüt. Auf den ersten Blick überrascht es, dass ein junger Autor einen biedern Kleinbürger zum Helden seines Erstlings macht. Es mangelt an Inspiration, liesse sich denken, wäre da nicht diese Sprache!” (Beat Mazenauer)

Einzimmerspringbrunnen
Buchpremiere mit Lèonce W. Lupette & Tobias Amslinger
Montag 23. 11. 20,30

Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette nutzten die Möglichkeit des Internets, um zwischen 2007 und 2009 einen Dialog mit Texten und Bildern zu führen. Auf diese Weise ist ein überraschendes Geflecht von Gedichten, Notaten und Fotografien entstanden, das nun als Buch vorliegt. “Einzimmerspringbrunnenbuch” (luxbooks, Wiesbaden) ist kein Lyrikband im eigentlichen Sinne. Es ist ein ebenso heiteres wie wütendes Echo auf eine Wirklichkeit, die allzu oft in stummer Selbstverständlichkeit verharrt.

Callcenter.
Minidramen von Madeleine Prahs, Szenische Lesung mit den Schauspielern
Birgit Unterweger und Manuel Harder (Centraltheater Leipzig)
Dienstag 24.11. 20.00 Uhr 5/3 Euro

Von Begonien, Verzweiflung, Navigationsgeräten und Liebe.Vier Menschen. Vier Geschichten. Eine Katastrophe.