der raum

*Installation der gruppe tag*

Eröffnung: Mittwoch, 20.11.2019, 14.00 Uhr – 17.30 Uhr

Donnerstag, 21.11.2019 & Freitag, 22. 11.2019, 15.30 Uhr – 17.30 Uhr

Samstag, 23.11.2019 14 Uhr -17.30 Uhr

“Hinter Gründen” zeigt die Ergebnisse performativer Interviews und biographischer Forschungsarbeit. Aufgegriffen werden Themen wie  Alltagsgewohnheiten, Wohnen, Arbeiten, Einkommen und Partizipation. Es geht um  die Erforschung soziokultureller Hintergründe der Teilnehmer*innen von  Workshops, welche im Vorfeld stattgefunden haben. Das in den Workshops  entstandene Material wird in der Installation erfahrbar.

Auszüge von Interviews verbinden sich mit Video- und Rauminstallationen, Fotos  und Texten. Gleichzeitig lädt die gruppe tag durch interaktive  Ausstellungselemente die Gäste dazu ein, über die eigene soziale Verortung  nachzudenken. Diese Perspektiven fließen sukzessiv in die Ergebnisse der Ausstellung mit ein.

Das Theaterkollektiv gruppe tag entwickelt seit 2008 Stücke und performative  Formate. Sein Performen, Spielen und Schreiben entsteht oftmals an der Schnittstelle zu Soziokultur und politischem Diskurs und wird gemeinsam mit den  jeweiligen Ensembles erarbeitet. Die Arbeiten verfolgen einen partizipativen Ansatz, der sich bis zu den Zuschauer*innen fortsetzen kann. Das Medium der  performativen Arbeit bestimmt sich jeweils aus dem thematischen Kontext.

*gruppe tag Team bei „Hinter Gründen“:***Justus Wenke, Melanie Sterba, Matthias  Sterba, Michael Jooß

http://gruppe-tag.de/

Eröffnung: 27.06.19: 20 Uhr

28.06.19: 15 – 20 Uhr

29. & 30.06.19: 14 – 18 Uhr

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde kein anderer geografischer Raum im orientalistischen Bewusstsein so stark mit männlicher Homoerotik assoziiert wie der arabische. Heute herrscht in Europa hingegen meist das Bild einer in den dortigen Gesellschaften herrschenden, zutiefst homophoben Kultur vor. Viel weniger präsent sind hierzulande die Zeugnisse eines homosexuellen Emanzipationskampfes im arabischsprachigen Raum und einer lebendigen queeren Kultur, die mal offener und mal verdeckter gelebt wird. Sie antwortet auf die von den ehemaligen Kolonialmächten eingeführte und von den islamistischen Bewegungen freudig vorangetriebene Ächtung und Kriminalisierung gleichgeschlechtlichen Begehrens.

Welche kulturellen Praxen entwickeln Queers in arabischen Gesellschaften? Wie kam es dazu, dass der „Orient“ in einer Epoche, in der in Europa noch ein repressives Sexualregime vorherrschte, als sexualisiert, lasziv, dekadent und effeminiert galt und heute, in Zeiten der repressiven Entsublimierung hauptsächlich als prüde, patriarchal, viril und rückwärtsgerichtet gekennzeichnet wird? Wie könnte eine queere Kultur beschaffen sein, die auf universeller Befreiung von heteropatriarchalen Strukturen besteht, dabei aber nicht nur auf in westlichen Gesellschaften entwickelte Strategien zurückgreift?

Die Installation Mithly versteht sich als Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen und zur Dekolonialisierung queerer Kämpfe. Sie beschäftigt sich zum einen mit orientalistischen Fantasien über männliche Homosexualität in der arabischsprachigen Welt und untersucht, welche Rolle das männliche, gleichgeschlechtliche Begehren bei der Konstruktion zweier vermeintlich inkommensurabler und hierarchisch geordneter kultureller Räume spielte. Dem werden zum anderen Einblicke in die künstlerischer Positionen von Kunstschaffenden aus der Region selbst gestellt, die dem selbstbewusst eine eigene queere visuelle Praxis entgegenstellen.

Audiovisuelle Rechercheinstallation mit Mohamad Abdouni, Antoine Idier, Abdellah Taïa, Alireza Sojaian & Akram Zaatari.

Ein Projekt von Julian Volz; Kamera, Ton, Schnitt: Yann Ducreux

Öffnungszeiten:

Eröffnung: 27.06.19: 20 Uhr

28.06.19: 15 – 20 Uhr

29. & 30.06.19: 14 – 18 Uhr